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brown-iposs: Root Cause Analysis für Campusnetze

Connections brown-iposs - 5G-ACIA

CampusOS, das Forschungsprojekt zum Aufbau und Betrieb von offenen 5G Campusnetzen, ist erfolgreich zu Ende gegangen. Doch wer steckt hinter den Ergebnissen, welche Unternehmen waren beteiligt und welche Innovationen und Technologien hat CampusOS gefördert? Für unsere Blogserie „CampusOS – behind the scenes“ haben wir die Projektpartner interviewt und dabei mehr über ihre Unternehmen und Lösungen erfahren. Los geht es an dieser Stelle mit brown-iposs.

brown-iposs ist auf Software und Beratungsleistungen für den Betrieb und die Optimierung von Mobilfunknetzen spezialisiert. Mit diesen Lösungen unterstützt das Bonner Unternehmen unter anderem den größten europäischen Mobilfunknetzbetreiber dabei, seinen Spitzenplatz im Kundenzufriedenheits-Ranking Jahr für Jahr zu verteidigen. Das Team ist international aufgestellt und fühlt sich sowohl in der klassischen RAN-, als auch in der neuen O-RAN-Welt heimisch. In beiden Umgebungen besitzt brown-iposs fundierte Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Vendoren.

Root Cause Analysis direkt am RAN

„Mit den von uns entwickelten Tools AnalyTo für große Mobilfunknetze und dem O-RAN-kompatiblem CARAT für verschiedenste technologische Umgebungen führen wir Root Cause Analysis durch, die tiefer als vergleichbare Lösungen gehen. Dabei denken wir ganzheitlich, also von der Datenaufnahme über die Klassifizierung von Problemen im Netz bis hin zur Behebung, sei es automatisiert oder durch einen Menschen“, erläutert Dr. Bernd Schröder, Gründer und Geschäftsführer der brown-iposs GmbH. Dafür erfasst CARAT Übertragungsdaten direkt an der Quelle, dem RAN. Im Zuge der Analyse werden sie aggregiert, sortiert und Auffälligkeiten priorisiert. Die Informationen werden anschließend zur Behebung von Problemen im Netz genutzt.

Mit dem Ziel, ihre Weiterentwicklung voranzutreiben und das große Potenzial zu heben, das private Campusnetze bieten, hat sich brown-iposs am 2022 gestarteten CampusOS-Projekt beteiligt, das sich die Entwicklung eines Ökosystems für modulare und offene 5G-Campusnetze in Deutschland zur Aufgabe gemacht hat. Dabei sieht das Unternehmen die privaten Netzwerke für verschiedenste Anwendungen prädestiniert. Dr. Bernd Schröder: „Campusnetze dienen als zentrales Rückgrat für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, zum Beispiel die Steuerung von Warenflüssen in der Logistik oder die Koordination von Produktionsrobotern in der Fertigungsindustrie. 5G bietet diese Möglichkeiten erstmals auch für kleinere, spezialisierte Netzwerke und ist dabei deutlich zuverlässiger als etwa WiFi.“

Neue Erkenntnisse zu Campusnetzwerken

Ein wichtiger Aspekt der Forschungsarbeit war es, mit Blick auf die für Campusnetze notwendigen technologischen Komponenten Herstellerunabhängigkeit zu schaffen. Zudem sollte die teils im Markt bestehende Ansicht widerlegt werden, dass das Zusammenspiel mehrerer Hersteller eine zu hohe Komplexität mit sich bringt. „Die vielen erfolgreichen Demonstratoren im Projektverlauf zeigen, dass Private Networks aufgebaut und genutzt werden können, ohne sich von wenigen oder gar einzelnen Herstellern abhängig machen zu müssen“, betont Bernd Schröder. „Allein dies ist eine wichtige Erkenntnis, die CampusOS gebracht hat.“

Darüber hinaus konnte der große Wert offener Systeme (O-RAN) für das Versprechen der Interoperabilität nachgewiesen werden. Sie sind im Vergleich zu geschlossenen Systemen deutlich leichter zu handhaben und daher besser geeignet, zuverlässige und sichere Netzverfügbarkeit herzustellen. „Nicht zuletzt war die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern ein großer Gewinn. Hier ist Vertrauen und damit die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit gewachsen“, betont Bernd Schröder. So ist es nur folgerichtig, dass mit xG-ALOE (Alliance for Open Enterprise Networks) bereits eine neue Forschungsinitiative in den Startlöchern steht, die viele der Projektpartner erneut vereint.

Aus Sicht von brown-iposs diente CampusOS auch als Chance, sich frühzeitig mit Zukunftstechnologien auseinanderzusetzen, bevor diese am Markt verfügbar sind. Zudem stand die Beteiligung an der Weiterentwicklung von O-RAN im Fokus. Bernd Schröder: „Der Standard, der die Entwicklung offener Schnittstellen zwischen verschiedenen Komponenten im Funkzugangsnetz zum Ziel hat, dient insbesondere der Kostenreduktion, Vereinfachung und Übertragbarkeit in kleinere Netze. Für uns ist es entscheidend, auf diesem Gebiet führend zu bleiben und Spitzenforschung zu betreiben.“

CARAT stellt seinen Wert unter Beweis

Im Zuge von CampusOS ergaben sich immer neue Einsatzmöglichkeiten für die brown-iposs-Lösung CARAT, wobei verschiedenste Anwendungsszenarien umgesetzt wurden. So beispielsweise in einem Use Case aus der Logistik: Ein Smart Warehouse mit autonomen Fahrzeugen und Robotern benötigt eine stabile 5G-Abdeckung. Diese zu gewährleisten gestaltet sich komplex, weil Logistikhallen von Regalen und Stahlkonstruktionen geprägt sind, die eine Herausforderung für funktechnische Lösungen darstellen. Mithilfe von CARAT konnten die Übertragungsdaten in Echtzeit abgefragt, aggregiert und für eine adaptierte Heat-Map der Funkausbreitung aufbereitet werden. „Die Heat-Map zeigt Probleme in der Funknetzversorgung an und bietet Lösungsansätze“, erklärt Bernd Schröder.

Ein anderes Beispiel ist die „Vernetzte Baustelle“, bei der das Neutral-Host-Konzept Anwendung fand. Dabei bietet ein Betreiber eine Netzinfrastruktur, die von mehreren Netzteilnehmern genutzt wird. Ein wiederkehrendes Problem dabei ist, die faire Verteilung der verfügbaren Netzressourcen zu garantieren. „An der Stelle haben wir CARAT ins Spiel gebracht, das in dieser Virtual-Hosting-Umgebung die verschiedenen Datenflüsse erfasst und hierüber eben auch Aussagen dazu treffen kann, ob die Verteilung fair erfolgt“, erläutert Bernd Schröder.

Private Netze sind künftig gefragt

CampusOS ist eines von mehreren Forschung- und Entwicklungsprojekten, an denen brown-iposs beteiligt ist. Mit dem Projektverlauf, den gewonnenen Erkenntnissen und der engen Zusammenarbeit zwischen den insgesamt 22 Projektpartnern sind Bernd Schröder und seine Kolleginnen und Kollegen äußerst zufrieden. Daher stand auch die Teilnahme an der xG-ALOE-Initiative seitens der Bonner Funknetz-Experten nie infrage. „Zwar mag das Momentum für kommerzielle private Netze heute noch nicht gekommen sein, doch es wird kommen. Erfolgreiche Forschung wie im CampusOS-Projekt oder der neuen Initiative dienen als Blaupause und leisten die Vorarbeit“, so Bernd Schröder. „Wenn der Zeitpunkt da ist, werden die entsprechenden Lösungen verfügbar sein.“

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